• Veröffentlicht am 20.02.2017

Exkursion zum zentralen Tierlaboratorium des Universitätsklinikums

Am Montag, den 31.01.2017 unternahm unser Biologie Grundkurs (EPh) mit Herrn Neumann eine Exkursion zum zentralen Tierlaboratorium des Universitätsklinikums Essen.

Als wir im Unterricht zur Vorbereitung auf die Exkursion über das Thema Tierversuche sprachen, haben sich die meisten Schüler gegen Tierversuche ausgesprochen, ich eingeschlossen. Trotzdem gab ich mir alle Mühe dem Thema unvoreingenommen gegenüberzutreten und mir erst nach unserem Ausflug eine Meinung darüber zu bilden.
Kurz nachdem wir im Gebäude des zentralen Tierlabors angekommen waren, wurden wir von Prof. Dr. Hilken empfangen und in einen separaten Raum geführt, in dem wir durch eine Präsentation über die Arbeit dort aufgeklärt wurden.
Ich hatte erwartet, dass in der Präsentation Tierversuche nur beschönigt werden, sodass am Ende alles  darauf hinausläuft, dass unsere Meinung über Tierversuche so positiv wie möglich ausfällt. Doch entgegen meinen Vermutungen versuchte man uns nicht von Tierversuchen zu überzeugen, sondern lediglich eine andere Sichtweise darzustellen. Denn trotz des eher umstrittenen Themengebiets versuchte Prof. Dr. Hilken die Präsentation so objektiv, anschaulich und detailliert wie möglich zu gestalten.
Im Vortrag klärte man uns über die verschiedenen Prozesse und Voraussetzungen auf, die notwendig sind, damit man überhaupt Versuche an Tieren durchführen darf, und ebenfalls darüber, die Anzahl an Tierversuchen so gering wie möglich zu halten. Allerdings sei es unvermeidbar, wenn beispielsweise ein Medikament neu auf den Markt gebracht wird, dieses vorher an Tieren zu testen. Auch Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten wurden, auch wenn dies heutzutage nicht mehr üblich ist, an Tieren getestet, um sie überhaupt für Menschen nutzen können.
Für jede Versuchsreihe werden speziell Tiere gezüchtet und insbesondere Ratten und Mäuse für die Versuche gentechnisch verändert.
Der weitere Verlauf des Vortrags verlief wie schon zuvor sehr professionell, aber auch gleichzeitig in einer angenehm offenen Atmosphäre ab, selbst als es um die Tötung der Tiere, die nicht weitergegeben werden können, nach einer Versuchsreihe geht. Die Offenheit und Ehrlichkeit wirkte überraschend, allerdings im positiven Sinne.
Danach wurden wir im Laboratorium herumgeführt, wo die offene Präsenz des Tierlaboratoriums sowie die doch sehr „humanen“ Bedingungen für die Tiere weiterhin überzeugten. Während unseres Rundgangs wurden uns neben den Räumen, in denen die Tiere gehalten werden, ebenfalls einige Versuchsräume gezeigt. Aufgrund unserer begrenzten Zeit war es uns nicht möglich jeden Raum einzeln zu betrachten, auch um den Stress für die Tiere zu minimieren, aber Prof. Dr. Hilken betonte immer wieder überzeugend, dass die Räume vom Aufbau her sehr ähnlich seien.
Nach der Führung war es uns möglich, Fragen zu stellen die sehr ausführlich und genau beantwortet wurden.

Meiner Meinung nach haben viele meiner Mitschüler ihre Meinung über Tierversuche nach unserer heutigen Exkursion geändert oder zumindest die Notwendigkeit von Tierversuchen zur Kenntnis genommen.
Zusammenfassend kann ich für mich feststellen, dass Tierversuche nicht vermieden werden können, gerade wegen des Bedarfs an neuen Methoden zur Heilung von Krankheiten. Dafür sind die Bedingungen für die Tiere so „human“ wie möglich und es wird sehr auf das Wohl der Tiere eingegangen.
(Elena Behr)