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Unsere Erprobungsstufe
„Man muss respektieren, dass wir es immer mit Menschen zu tun haben, die jeweils in ihrer Weise fertig sind. Bis hierher vollkommen und ohne wirklichen Mangel. Der nächste Zustand kann nur aus den Eigenleistungen dessen, was schon fertig ist, aufgebaut werden.“
Dieser Satz Peter Sloterdijks mag leitmotivisch für die pädagogische Grundüberzeugung unserer Schule stehen, der Individualität unserer Schülerinnen und Schüler wesentlich stärker Rechnung zu tragen, als das am Gymnasium bisher üblich war. Von daher geht unser Bestreben dahin, „maßgeschneiderte“ Programme für den Unterricht in der Orientierungsstufe zu entwickeln, die geeignet sind, vom traditionellen Belehren zum sich schrittweise entfaltenden (Selber)-Lernen, von der Auslese zur Förderung und damit zu einem Klima des Vertrauens zu gelangen, in dem die Kinder sich aufgehoben fühlen und somit auch frei sind zur Aneignung der notwendigen Fähig- und Fertigkeiten. Die enge Zusammenarbeit aller am Prozess Beteiligten in einem stimulierenden Lernumfeld als leitendes Prinzip und ein bewusster Rückgriff auf das bereits in der Grundschule gelegte praktische und methodische Fundament sollen Lernarrangements ermöglichen, in denen das Kind erfährt, dass seine Fragen und Befindlichkeiten ernst genommen werden, und die es ermutigen, stetig wachsende Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Denn Kinder – das belegen alle diesbezüglichen Studien – sind grundsätzlich wissensdurstig und bildungshungrig; nur sind sie darauf angewiesen, seitens der Schule
Anerkennung und Unterstützung in jeder möglichen Form zu erfahren, sonst verliert sich diese Disposition rasch. Und wenn Schule überhaupt keinen Spaß macht, macht sie auf Dauer krank! Nur das ist eine gute Schule, die ihre Schülerschaft im oben formulierten Sinne zielstrebig und optimal ausbildet, sie „fit“ macht für eine rasant und nachhaltig sich ändernde Wirtschaft und Gesellschaft, deren Ansprüche an Schulabgänger stetig wachsen. Einiges von dem, was wir am ‚Albers’ tun und bereits getan haben, um der Verantwortung unseren Schülern und Eltern gegenüber in der Erprobungsstufe zu genügen, ist im vorliegenden ‚Flyer’ stichwortartig zusammengestellt.
Bottrop, im Mai 2008 R. Schönfeld (Oberstudiendirektor)
Neue Lehr- und Lernformen
Effektive und nachhaltig wirksame Lernprozesse werden sowohl durch eine Anpassung der Unterrichtsinhalte an sich wandelnde Gegebenheiten als auch durch die Veränderung entsprechender Vermittlungswege erreicht.
Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihr Lernen selbst in die Hand nehmen, ihre Lernprozesse reflektieren und die Fähigkeit entwickeln, ihr Wissen passgenau anzuwenden und fachübergreifende Strategien für Problemlösungen einzusetzen.
Um diese anspruchsvollen Ziele zu erreichen, ist methodisches Lernen verbindlich geregelt und wird an speziellen Methodentagen eingeführt bzw. erweitert.
In eigens entwickelten fachunabhängigen Bausteinen werden den Lernenden planvolles Arbeiten und Problemlösungsstrategien vermittelt.
Für diese und andere Prozesse strukturierter Unterrichtsentwicklung hat das Josef-Albers- Gymnasium im Oktober 2007 durch das Schulministerium das Gütesiegel Individuelle Förderung verliehen bekommen.
Kennmarken dieser konsequenten Unterrichtsentwicklung zielen in der Erprobungsstufe vor allem auf die Handlungsfelder „Mit Vielfalt umgehen“, „Übergänge und Lernbiografien bruchlos gestalten“ und „Grundlagen schaffen“ .
Hervorzuheben sind [Auswahl]:
- Zwei Einführungstage zu Beginn der Jahrgangsstufe 5, vom jeweiligen Klassenlehrerteam gestaltet
-
Leseförderung im Fach Deutsch – Schulbibliothek, Vorlesewettbewerb,
Kooperation mit der Stadtbibliothek, Autorenlesung, Lesenächte mit
literarischen Veranstaltungen
- Schulung in WORD-Textverarbeitung
- Einsprachiger Englischunterricht
-
Teilnahme am Knobel- und Känguruwettbewerb, vorbereitet durch
entsprechende Übungen im Fach Mathematik [Gedächtnisnetz, Rechenbäume,
Farbmarkierungen etc.]
- Bewegung, Rhythmus, Strategie als Grundpfeiler im Fach Sport mit Teilnahme am Hühnerball- und Fußballturnier
-
Testung und Schulung des Hörvermögens in dem gemeinsamen Projekt „Take
care of your ears!“ der Fächer Musik, Physik, Biologie mit
außerschulischen Experten
- Ausstellungs- und
präsentationsorientiertes Arbeiten im Fach Kunst Lernformvariationen,
kooperative Lernformen als Grundlage innerer Differenzierung
- Nutzung der Kopplungsschiene
Latein/Französisch für lerngruppenübergreifende Fördermaßnahmen - festgelegte Exkursionen als ergänzende außerschulische Lernorte
- Unterrichtsgarantien durch Vertretungskonzept
Rahmenbedingungen und Organisationsgrundlagen
-
Zusammensetzung der Eingangsklassen nach pädagogischen Gesichtspunkten:
möglichst Erhalt von Grundschulgruppen, ausgeglichene Leistungsniveaus
in den Lerngruppen, Parität von Jungen und Mädchen, gemeinsamer
Schulweg, Berücksichtigung von Elternwünschen
-
Unterbringung der Klassen 5 und 6 in einem eigenen Gebäudetrakt mit
Nähe zum Verwaltungsbereich, zum Haupteingang und zum Pausenhof
- Klassenraumprinzip: ausschließliche Eigennutzung des Klassenraumes
- Klassenleitungsteam mit wöchentlicher Teamsitzung
- Klassenlehrerstunde [vierzehntäglich]
- Ergänzungsstunden nach dem Konzept der Binnendifferenzierung
-
Sitzordnung, variabel gestaltbar und an die unterschiedlichen
Lehrformen anpassbar; Ablagefächer für jeden Schüler im Klassenraum
- Ausgabe einer Materialliste vor dem Einschulungstermin
Unterrichtsfächer und Wochenstunden in der Erprobungsstufe:
Klasse 5:
Deutsch (4), Englisch (4), Mathematik (4), Religion (2), Erdkunde (2), Geschichte (2), Biologie (2), Physik (2), Musik (2) [Bläserklassen (3 Musikstunden)], Kunst (2), Sport (3):
Insgesamt: 29,5/30,5 Stunden
Klasse 6:
Deutsch (4) mit zusätzlicher Ergänzungsstunde zur individuellen Förderung (1), Englisch (4), Mathematik (4), Religion (2), Politik (2), Latein/Französisch (4), Biologie (2), Musik (2) [Bläserklassen (3 Musikstunden)], Kunst (2), Sport (3):
Insgesamt: 30,5 /31,5 Stunden
Außerunterrichtliche Ergänzungsangebote [Auswahl]
- Erprobungsstufenchor „Young Singers“– altersgemäße Choreinstudierungen
- Instrumentalkreise
- „JKSI“ (Jedem Kind sein Instrument) – nachmittäglicher Instrumentalunterricht in
- Kleingruppen
- Chor- und Orchesterfahrt
-
Exzellenzförderung durch Teilnahme an Wettbewerben, besonders im
mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich [bspw. SAMMS (Münster),
Freestyle Physik (Universität Duisburg-Essen)]
- Gesundheitstage in Zusammenarbeit mit dem Knappschaftskrankenhaus Bottrop
- Kooperation mit Sportvereinen, auch im Rahmen des bundesweiten Programms „Talentsichtung und Talentförderung“
- Veranstaltungen der Schülerbücherei
- Paten aus der Mittel- und Oberstufe als Klassenbetreuer
- angeleitete Mitarbeit in der SV [Schülervertretung]
- Wandertage
- Klassenfahrten
- Verleihung eines Fair-Play-Preises
-
Hausaufgabenbetreuung und Förderung in den Jahrgangsstufen 5, 6 und 7
im Rahmen des offenen Ganztagsangebotes in der cAsA, Osterfelder Str.
45 in Kooperation mit dem evangelischen Gemeindeverband
Beratung für interessierte Eltern und Kinder
- „Tag der offenen Tür“ – Überblick über das Angebot des JAG im Dezember jeden Jahres
- Kennenlernnachmittag für die zukünftigen Schülerinnen und Schüler der Jg. 5 mit dem Klassenlehrerteam im Mai/Juni
- Sprechstunden des Schulleiters, Herrn Schönfeld, nach Vereinbarung über das Schulsekretariat
- Wöchentliche Sprechstunden aller Fach- und Klassenlehrer nach Vereinbarung über das Schulsekretariat
-
Wöchentliche Sprechstunde des Erprobungsstufenkoordinators, Herrn
Meiseberg, nach Vereinbarung über das Schulsekretariat – Hilfe bei
grundlegenden und laufbahntechnischen Problemen
- Elternsprechtag pro Schulhalbjahr mit frühzeitig ausgegebenen Anmeldelisten
- Projekt „Schule mit Eltern“ – professioneller Rat zu Bewertungs-, Erziehungs- und Gesundheitsfragen [ca. viermal im Jahr]
- Konflikt- und Erziehungsberatung, organisiert von geschulten Fachkollegen
